Metaverse: Fünf Dinge, die du wissen solltest – und was es für dich bedeuten könnte

Nach der Umbenennung von Facebook in Meta, dessen neue Ausrichtung auf das „Metaverse“ widerspiegelt, hat nun auch Microsoft angekündigt in diesen Bereich einzusteigen.

Durch die neu Orientierung von Facebook (nun nur noch Meta genannt), sollen diverse Bereiche wie Bildung, Arbeit und Soziales neu erschlossen werden. Ein neuer bunter Blumenstrauß an Möglichkeiten brachte Meta dazu, diesen Schritt zu gehen. Microsoft steigt ebenfalls ins Metaverse ein, konzentriert sich vorerst allerdings nur auf den Bereich des virtuellen Büros.

Aber was ist das Metaversum eigentlich und inwieweit sollten wir glauben, dass die Vision, die uns präsentiert wird, wirklich von zentraler Bedeutung für unser tägliches Leben sein wird? Diese Frage stellte ich mir und fing an, diesen Blog hier (Kodeaffe.de) zu dem Thema zu erweitern.

Die Idee selbst ist nicht neu. Der Science-Fiction-Autor Neal Stephenson prägte den Begriff „Metaverse“ im Jahre 1992 in seinem Cyberpunk-Roman „Snow Crash„.  Er beschrieb eine virtuelle 3D-Welt, in der Menschen als Avatare miteinander kommunizierten. Einen ähnlichen Gedanken hatten danach etliche Filme wie: eXistenZ, Ready Player One, Surrogates und die Serie Westworld. In all diesen Titeln geht es darum, dass die Person in eine Fiktive Welt eintaucht um dort Abenteuer zu erleben.

Wie bei jeder großen Zukunftsvision, die noch nicht eingetreten ist, haben viele Menschen versucht dem Metaverse ihre eigene Definition aufzudrücken. Von einer einfachen KI gesteuerten Onlinewelt bis hin zu „dem nächsten großen Ding“ war bereits jede Definition dabei.

Hier mal 5 Möglichkeiten die ich zu dem Thema Metaverse sehe.

1. Eine virtuelle Welt. Dies ist meiner Meinung nach das wichtigste Merkmal eines Metaverse. Egal ob mit einem Computer, einer Spielkonsole oder einem Mobiltelefon. Ziel ist es eine neue Welt in Bild und Ton zu erkunden und ihr steckt mitten drin! Die Idee ist, dass man sich dadurch im Metaversum präsenter fühlt und eine neue Persona annehmen kann in der ihr euch eventuell wohler fühlt.

Surrogates erinnert an Metaverse
In Surrogates lebst du so, wie du es möchtest.

 

2. Virtuelle Realität. Hierfür benötigen wir ein Virtual-Reality-Headset. Die Idee dabei ist, dass man in die virtuelle Welt eintaucht und sich dadurch noch präsenter fühlt – zumindest solange, bis man gegen etwas stößt, das in der Alltagswelt verbleibt, wie z. B. den Kaffeetisch. Aber auch hier gibt es mittlerweile unzählige Möglichkeiten, eine dezente Warnung durch die AR oder VR Brille zu sehen. Zum Beispiel sieht man ein dünnes Spinnennetz in der virtuellen Realität welches uns vor Dingen im echten leben warnt sodass wir nicht dagegen laufen würden.

3. Andere und neue Menschen. Das Metaverse ist sozial und das ist gewollt. Es gibt dort viele andere Menschen, die als Avatare dargestellt werden. Einige dieser Avatare können auch Bots, virtuelle Agenten und Manifestationen künstlicher Intelligenz sein. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Man kann sich mit den anderen Menschen treffen oder sogar gemeinsam etwas unternehmen. Der soziale Aspekt dürfte im Metaverse von Facebook angesichts seiner Geschichte als soziales Netzwerk eine zentrale Rolle spielen.

Metaverse-Fans und einige Forscher sind der Meinung, dass die Kommunikation natürlicher ist als bei Videokonferenzen, weil man zum Beispiel mit der Blickrichtung zeigen kann, an wen man sich wendet (der Avatar kann seinen Kopf drehen, um eine andere Person anzusehen). Dein Avatar könnte auch zu einem anderen Avatar hinübergehen und sich neben ihn setzen, um ein Gespräch zu beginnen. Funfact: Die ersten Psychiater sehen hier bereits eine Möglichkeit, ihre Patienten weltweit betreuen zu können.

4. Beständig und Allgegenwertig. Das bedeutet, dass die virtuelle Welt jederzeit verfügbar ist, wenn du sie besuchen möchtest. Man kann die Welt jederzeit verändern, indem man neue virtuelle Gebäude oder andere Objekte hinzufügt, und das Wichtigste ist, dass die Änderungen bei deinem nächsten Besuch bestehen bleiben. Möglicherweise kannst du dich sogar dort niederlassen und ein Stück davon besitzen. Auch hier sehen bereits einige pfiffige Marketingexperten viel Potential. Dein Metaverse entwickelt sich so, wie du es haben möchtest. Wir kennen dieses Prinzip bereits von diversen Webseiten die unsere Präferenzen analysiert und entsprechende Ergebnisse bevorzugt zeigen.

5. Verbindung zur realen Welt. In einigen Visionen des Metaversums stellen die virtuellen Dinge in der virtuellen Welt tatsächlich reale Dinge in der realen Welt dar. So kann man zum Beispiel eine virtuelle Drohne im Metaversum fliegen, um eine reale Drohne in der realen Welt zu steuern. Man spricht davon, dass das Reale und das Virtuelle „digitale Zwillinge“ sind.

Was kann ich in einem Metaverse tun, und wie bald?

Verschiedene Unternehmen werden wahrscheinlich ihre eigenen oder sogar lokale Versionen des Metaversums haben, aber wie das Internet werden sie alle miteinander verbunden sein, so dass man von einem zum anderen wechseln kann. Wie immer werden die Nutzerzahlen entscheiden, welches Metaverse sich am Ende durchsetzen kann. Vermutlich werden Gamer als primäre Personengruppe zu aller Erst ein großes „Metaverse“ erzeugen. Doch welche Firma hier die Initiative ergreifen wird, ist noch unklar.

Wir haben März 2022, mittlerweile stecken wir schon 2 Jahre lang in der Corona Pandemie fest. Viele Menschen sehnen sich nach sozialen Kontaktmöglichkeiten und da kommt Meta mit seiner neuen Vision gerade recht. Es gibt noch keine genaue Vorstellung von den geplanten Metaverse-Angeboten seitens Meta.

Bei der Ankündigung der Umbenennung erwähnte der Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg verschiedene Möglichkeiten die in Frage kommen könnten. Ob wir nun in einer realen Session als Hologramm erscheinen oder mit jemandem auf der anderen Seite der Welt von Gesicht zu Gesicht Schach spielen, eine Grenze gibt es nicht.

Meta Chess worldwide
Schach spielen gegen einen Avatar am Ende der Welt ist bald kein Problem mehr

Facebooks Vision des Metaversums ist unsere zukünftige Schnittstelle zum Internet. Ob wir jedoch eines Tages über virtuelle 3D-Welten und Virtual-Reality-Headsets auf alle Internetdienste zugreifen werden, bleibt abzuwarten. VR und AR Headsets scheinen immer noch eine Nischentechnologie zu sein, obwohl viele große Unternehmen in den letzten Jahren versucht haben, Ihr Modell auf dem Markt durchzubringen.

Ich vermute, das Facebook auf lange Sicht dabei sein muss und dass seine Vision des Metaverse noch viele Jahre davon entfernt ist, (virtuelle) Realität zu werden. Aber wer weiß womit uns Mark demnächst überraschen möchte.

Und noch etwas zum Thema Metaverse

Stephensons ursprüngliche Vision des Metaversums war sehr aufregend, aber auch voller Möglichkeiten für Schäden sowohl im Internet als auch in der realen Welt, von der Sucht über die Kriminalität bis hin zur Aushöhlung demokratischer Institutionen. Interessanterweise befand sich Stephensons Metaverse größtenteils im Besitz großer Unternehmen, während die Regierungen zu weitgehend unbedeutenden, papierverarbeitenden Außenposten degradiert wurden. Etwas ähnliches ist auch in Ready Player One passiert.

Angesichts der aktuellen Spannungen zwischen Big Tech und Regierungen auf der ganzen Welt in Bezug auf Datenschutz, Meinungsfreiheit und Online-Schäden sollten wir ernsthaft darüber nachdenken, welche Art von Metaverse wir schaffen wollen und wer es schaffen, besitzen und regulieren darf. Es liegt in unserer Hand.

 

Weiterer Artikel zu dem Thema Metaverse von Facebook: Was genau ist das Metaverse?

 

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