Die besten Cloud-Gaming Dienste des Jahres 2020

Cloud-Gaming ist eine der aufregendsten Innovationen der letzten Jahre. Die Idee, Spiele zu spielen, für die normalerweise ein leistungsstarker und teurer Gaming-PC nötig wäre, klingt wie der heilige Gral für Gamer.

Obwohl zugegebener maßen manche Cloud-Gaming Anbieter ein wenig mit der Werbung übertreiben, sind wir tatsächlich nicht mehr soweit weg um echtes Cloud-Gaming realisieren zu können.

In diesem Beitrag werden wir die besten Cloud-Gaming-Dienste untersuchen, ob auch wirklich alle angepriesenen Werbeversprechungen tatsächlich wahr sind. Anhand diverser Kriterien in unserer Bewertung haben wir die drei besten Dienste in jeder Kategorie ausfindig gemacht.

Falls euch die Aufzählung zu lang ist, könnt ihr unten im Post auch die Zusammenfassung der besten Cloud-Gaming Anbieter überfliegen.

Was ist Cloud Gaming?

Wenn ihr euch im Detail darüber informieren möchtet, was Cloud-Gaming ist und wie es funktioniert, kann in unserem alten Stadia Beitrag nochmal kurz reinschauen. In diesem Abschnitt geben wir nur einen kurzen Überblick über die Funktionsweise von Cloud-Gaming.

Der Begriff “Cloud-Gaming” bezieht sich auf das Spielen eines Spiels auf einer nicht örtlich vorhanden Hardware Plattform. In fast allen Fällen bezieht sich der Begriff “Cloud” auf ein Netzwerk von Rechenzentren, die Inhalte an diejenigen liefern die darauf zuzugreifen möchten. Um einen bekannteren Bezugspunkt zu schaffen: Videostreaming Angebote wie Netflix und Amazon Video sind solche Cloud Anbieter.

Die Funktionsart von Cloud-Gaming

Beim Cloud-Gaming verhält es sich ähnlich wie beim Video-Streaming. Wenn sich jemand für einen gewählten Dienst anmeldet, erwirbt er damit einen Zugang zu der Cloud Plattform. Nachdem man bei dem besagten Anbieter ein Spiel startet, wird ein Video-Stream dieses Spiels an den eigenen Computer oder Fernseher gesendet.

Drückt man zum Beispiel die Taste “A”  für die Aktion “Springen“, wird dies als Aktionsinput gewertet. Diese Eingabe wird an den Remote-Computer in der Cloud gesendet und abgearbeitet. Das Cloudsystem sendet danach das aktualisierte Videosignal mit der Aktion “Springen” zurück an euren Rechner oder Fernseher.

Ist der Inputlag spürbar?

All dies geschieht innerhalb von Millisekunden und wenn der Cloud-Gaming-Service die Latenzzeit niedrig genug halten kann, wird die Eingabeverzögerung nicht mehr wahrnehmbar für einen Großteil der Menschheit. Falls ihr selber mal schauen wollt wie ihr auf solche Eingabeverzögerungen reagiert, könnt ihr das mit dieser Demo hier: Input Lag Test Cloud-Gaming

Wie funktioniert Cloud Gaming?

John Carmack erklärt Inputlags von unter 20ms als problemlos

Laut John Carmack, dem derzeitigen CTO von Oculus VR und Mitbegründer von id Software, “können menschliche Sinnessysteme sehr kleine relative Verzögerungen in Teilen der visuellen oder insbesondere der Audio-Felder erkennen, aber wenn die absoluten Verzögerungen unter etwa 20 Millisekunden liegen, sind sie im Allgemeinen nicht wahrnehmbar”.

Solange die Gesamtlatenzzeit unter dieser Schwelle liegt, sollte sich Ihre Cloud-Gaming-Sitzung wie eine lokale Sitzung anfühlen. Sprich alles unter 20ms wird nicht spürbar sein.

Gibt es Hardware für Cloud-Gaming?

Bei unserer Recherche wurde oftmals damit geworben, dass die jeweiligen Anbieter ohne Hardware klar kommen. Dies stimmt jedoch nur bedingt, da gewisse Geräte die Qualität signifikant verbessern würden und daher nur zu empfehlen sind.

Shadow Ghost bietet 4k bereits mit 15mbit/s.
Shadow Ghost bietet 4k bereits mit 15mbit/s.

Shadow Ghost ist zum Beispiel eine Art Thin-Client welcher extrem Stromsparend läuft und auf den Dienst optimiert ist. Zu erwerben ist das Gerät unter dem folgenden Link: Shadow Ghost

Stadia hingegen läuft aktuell auf Desktops und Notebooks in einem Chromebrowser ab (fällt aktuell allerdings nicht auf!). Falls ihr am Fernseher zocken wollt, muss ein Chromecast Ultra gekauft werden. Verifizieren konnten wir es noch nicht so recht, ob auch der normale Chromecast reicht! Das Gerät könnt ihr hier bestellen: Google Chromecast Ultra

Chromecast Ultra für Stadia

Cloud Gaming kostenlos spielen

Es ist allgemein bekannt, dass Cloud Gaming Plattformen extrem viel Geld in die Entwicklung der Plattform sowie in die Wartung stecken müssen. Trotzdem gibt es eine hohe Nachfrage nach kostenlosem Cloud-Gaming Anbietern.

Der Begriff “free cloud gaming” wird weltweit etwa 6.500 Mal pro Monat bei Google gesucht. Viele stellen ernüchtern nach der Suche fest, dass es offiziell noch keinen Anbieter gibt. Es bleibt allerdings nur eine Frage der Zeit, ob es hier nicht früher oder Später mal eine kostenlose Alternative geben wird.

Hier mal ein Auszug an Cloud Gaming interessierten die nichts bezahlen möchten:

Welcher ist der beste Cloud-Gaming Service?

Nachdem wir nun darüber gesprochen haben, was Cloud-Gaming ist und welche Probleme es in Zukunft haben könnte, schauen wir mal in unsere heutige Auswahl hinein.

    • Shadow
    • GeForce Now
    • Vortex
    • Project xCloud
    • PlayStation Now
    • Google Stadia

In diese Auswahl haben es allerdings einige andere Anbieter nicht hinein geschafft, da es einfach den Inhalt sprengen würde. Wir werden auf Kurz oder Lang auch über Nichen Cloud-Gaming Anbieter wie Paperspace, Parsec, Liquid Sky, MagentaGaming, Rainway und Blacknut berichten.

Features der Cloud-Gaming Anbieter (Kriterien)

Da Cloud-Gaming ein neuer Markt ist, gibt es in diesem Abschnitt keine “Must Have”-Funktionen, nach denen wir suchen. Jeder Dienst ist ein wenig anders, daher haben wir die Plattformen auf der Grundlage der Funktionen bewertet, die wir für am nützlichsten hielten.

In einigen Fällen bedeutet das zusätzliche Unterstützung für Peripheriegeräte, während es in anderen Fällen einfach darum geht, wie die Plattform aufgebaut ist. Gut, soweit ist die Bewertung von uns erklärt.

Shadow

Die Stärke von Shadow liegt nicht in der Form von Features, sondern eher wie Shadow aufgebaut ist. Anstatt einen gemeinsamen Cloud-Server zu bestellen auf denen die Spiele liegen, erhaltet ihr einfach eine komplette Rechner Instanz in der Cloud auf der ihr zugreifen könnt. Damit behaltet ihr die volle Kontrolle über eure Anwendungen und seid flexibel.

Durch die Isolierung der Ressourcen kann Shadow ein wesentlich flüssigeres Erlebnis bieten, dass nicht der schlechten Streaming-Performance des Spiels während der Spitzenzeiten erliegt, wie es bei PlayStation Now der Fall sein könnte.

Shadow Desktop Übersicht Cloud
Shadow Desktop mit Stream

Mit Shadow werden isolierte Ressourcen gekauft in der eine Windows 10 Lizenz inbegriffen ist. Im Gegensatz zu den meisten Cloud-Gaming-Diensten, die direkt das Spiel starten, bootet Shadow auf einen Windows 10-Desktop um das spiel starten zu können. Auf diesem Desktop steht es dem User auch frei, Inhalte oder Apps zu modifizieren was ebenfalls ein Vorteil ist.

Mit einer Download-Geschwindigkeit von 1 Gbps kann mit Shadow eine Menge ziemlich schnell erledigt werden. Das einzige Limit welches stören könnte ist wohl die 256 GB Festplatte. Allerdings kann fix deinstalliert und wieder installiert werden sodass es kein Problem darstellen sollte.

GeForce Now

GeForce Now wurde mittlerweile von Nvidia released und rührt auch schon fleissig die Werbetrommel. Zusätzlich zur Unterstützung von Tastatur und Maus kann die Plattform auch den DualShock 4, den Xbox One-Controller, den Xbox 360-Controller und das Logitech Gamepad F310, F510 und F710 unterstützen. Auch läuft der Voice-Chat auf PC und Mac problemlos was ein nettes Gimmick ist.

Die Leistungsmerkmale von Shadow sind jedoch der Star der Show. Es ist nicht klar, welche Leistung Nvidia für seinen “Ultra-Streaming-Modus” verwendet, der 4K-Spiele mit bis zu 60 fps ermöglicht, aber es funktioniert. Irgendwie.

Ein Partnerblog stellte folgendes Fest: “Bei der Anpassung der Grafikeinstellungen für das Resident Evil 2-Remake hieß es im Spiel, dass wir 24 GB GPU-RAM zur Verfügung hätten.”

Wenn Nvidia seine Hardware der neuesten Generation verwendet – und wir nehmen an, dass dies der Fall ist – bedeutet das, dass entweder ein Titan RTX oder ein Quadro RTX 6000 den Remote-Rechner mit Leistung versorgt. Das sind Nvidia’s Spitzen-GPUs, wobei die Quadro etwa 5.000 Dollar kostet.

Blacknut

Blacknut ist seltsamerweise ein familienorientierter Cloud-Gaming-Service. Mit einem Familienabo können 4 Spieler gleichzeitig spielen, ebenfalls gibt es einen Kindermodus.

Sofern der Kindermodus aktiviert wurde, werden nur Spiele mit der Bewertung von E10+ und darunter angezeigt. Obwohl schnell zwischen den Profilen gewechselt werden kann, ist die Aktivierung des Kindermodus eine schnelle Möglichkeit um die Spielauswahl einzuschränken. Dieses Feature gibt es aktuell noch bei keinem anderen Anbieter.

Blacknut läuft mit Amazon Fire auf einigen TV-Geräten problemlos

Außerhalb der elterlichen Kontrolle ist das Hauptmerkmal von Blacknut die Kompatibilität. Blacknut ist kompatibel zu Windows, MacOS, Amazon Fire TV, Android, Linux und ausgewählten Fernsehern von Panasonic und Samsung. Auch die Controller-Unterstützung ist ausgezeichnet, wobei die meisten Spiele eine Tastatur und Maus sowie Gamepads unterstützen. Auf smart TVs kann sogar die Fernbedienung für einige Spiele verwendet werden.

Spiele Auswahl bei den Anbietern

Cloud-Gaming wird sich niemals durchsetzen sofern keine breite Abdeckung von Spielen vorhanden ist. In diesem Abschnitt haben wir nach drei Diensten gesucht, die nicht nur eine große Auswahl an Spielen besitzen, sondern auch eine große Bibliothek mit hochwertigen Spielen bieten.

Shadow

Shadow dominiert diesen Abschnitt mit Bravur. Wie oben erwähnt, beschränkt Shadow das Spielerlebnis nicht auf bestimmte Spiele. Vielmehr erwerben Kunden beim Kauf eines Abonnements einen kompletten Desktop der virtualisiert ist. Das bedeutet, dass jedes Spiel auf jeder Spiel-Plattform deiner Wahl installiert werden kann. Einschließlich DRM-freier Spiele von Diensten wie GOG und Humble Bundle.

Die GOG-Einbindung ist ebenfalls ein interessantes Feature. Viele ältere Titel laufen nicht mehr unter Windows 10. Eine Kombination aus Treibern und komplizierter Systemkniffen macht einige klassische Spiele wie SWAT 4, Ultima und Wizardry VII auf Shadow spielbar. Viele Retro Fans sind bestimmt erfreut darüber.

PlayStation Now

PlayStation Now hat bereits jetzt schon mehr als 800 Titel in seiner Bibliothek. Im Gegensatz zu allen anderen Diensten, die wir überprüft haben, stellt PlayStation Now seine gesamte Bibliothek kostenlos zur Verfügung. Das bedeutet, dass ihr zum Spielen eines bestimmten Spiels keine Lizenz mitbringen müssen. Außerdem enthält die Bibliothek Spiele von der Playstation Generation 2,3 und 4!

Multiplattform-Titel wie Red Dead Redemption, Fallout 4 und Rocket League sind ebenfalls inbegriffen. Wenn ihr also daran interessiert seid, diese zu spielen, ist PlayStation Now eine einfache Wahl und könnte bedenkenlos gebucht werden. Allein um die Klassiker der alten Playstation Konsolen zocken zu können, lohnt es sich alle male!

Spiele wie Jak and Daxter, Ratchet & Clank,  Tekken und LittleBigPlanet sind zum Beispiel portiert. Auch einige neuere Exklusivspiele sind erhältlich, darunter zum Beispiel Bloodborne. Exklusivtitel landen verzögert auf der Plattform, also erhofft euch nicht, dass ihr alles für 10€ erhaltet.

Dennoch ist die Anzahl der Spiele, die man einfach für die Kosten eines Abonnements spielen kann mehr als ausgezeichnet.

GeForce Now

GeForce Now verfügt über eine Bibliothek mit etwas mehr als 400 Spielen. Im Vergleich zu PlayStation Now und Shadow fällt die Spielebibliothek in Bezug auf die Anzahl zurück. Die Liste der Spiele ist jedoch ausgezeichnet. Bei GeForce Now geht es um Qualität vor Quantität und das merkt man.

Die bekannten Spiele sind vorhanden, darunter Rocket League, DOOM 2016, Fallout 76 und Rainbow Six Siege, aber wir sind eher von einigen weniger populären Titeln beeindruckt. Große Strategiespiele wie Endless Space 2 und Hearts of Iron IV stehen neben japanischen Favoriten wie NieR: Automata, Octopath Traveler und Dragon Quest XI in der Startreihe.

Auch Indie-Games wird sehr viel Liebe entgegengebracht. Große Indiegames sind ebenfalls vorhanden: Darkest Dungeon, Hollow Knight, Celeste, Deep Sky Derelicts, Mothergunship, Enter the Gungeon und They Are Billions.

Witzigerweise fanden wir einen Titel nicht. Und zwar Rockstars Cashcow GTA 5.

Preis

Es gibt noch keinen etablierten Grundpreis für Cloud-Gaming-Dienste, aber die Obergrenze wurde von Diensten wie Shadow festgelegt. In diesem Abschnitt haben wir nach Plattformen gesucht, die einen soliden Wert zum Angebotspreis bieten, nicht nur dass beste Angebot insgesamt. Wie bereits erwähnt, ist es nicht immer sinnvoll, das beste Angebot zu wählen.

PlayStation Now

PlayStation Now ist teuer, wenn man sich nur einen Monat zum Beispiel bucht. Bei fast dem gleichen Angebotspreis wie Shadow, bietet es nicht die gleiche Leistung oder Flexibilität an. Sony bietet jedoch mehrere verschiedene Abo-Modelle an, was bei Shadow und den meisten anderen Cloud-Gaming-Plattformen nicht der Fall ist.

Wenn ein Jahr im Voraus bezahlt wird, rechnet sich das Angebot direkt. Weitsichtigkeit zahlt sich hier definitiv aus.

Vorausbuchen lohnt sich bei Playstation Now!

Der Preis von 59,59 Euro für ein Jahr reduziert sich auf etwas mehr als 5 Euro pro Monat, was ein Schnäppchen ist für über 800 Spiele.

Bei dem Dienst sollte man allerdings einen DualShock 4-Controller besitzen um den vollen Umfang der Spiele auskosten zu können. PlayStation Now ist nur auf PC und PS4 spielbar, es gibt keinen Support für die Tastatur und Maus. Aber selbst wenn man den Controller nicht besitzt, gleichen die Mehrkosten das Spielerlebnis aus.

Blacknut

Blacknut verfügt nicht über eine große Auswahl an Spielen, viele sind teilweise auch nur Copycats diverser großer Titel wie zum Beispiel Lord of the Fallen (Dark Souls). Dafür ist der Preis recht happig. Hier ist die Spiele Bibliothek von Blacknut.

Es gibt zwei Abonnement Modelle: Premium & Family. Der Premium Plan ist mit 9,99 € pro Monat ausgezeichnet, kann aber zeitgleich nur eine Session starten. Dagegen kostet das Family Abo knapp 15 Euro und dort können 4 Spieler gleichzeitig eine Spiele Session starten.

Blacknut-Premium – € 9,99 / Monat
Blacknut-Family – € 14,99 / Monat

Preislich sind die Angebote eher in der Kategorie Shadow angesiedelt. Obwohl die Spiele Auswahl recht beschränkt ist, ist es cool, dass vier Spieler gleichzeitig spielen können. Außerdem ist für die Spiele-Bibliothek keine Lizenz erforderlich.

Familien sind auch Blacknuts Hauptzielgruppe. Die Bibliothek besteht hauptsächlich aus kindgerechten Indies und Handyspielen, die dementsprechend gerated wurden. Der Preis geht daher in Ordnung.

Aktuell gibt es von Blacknut auch ein Valentinstagsangebot: Mit dem Code “VALENTINESDAY20″ erhaltet ihr die ersten 3 Monate für den halben Preis!

Vortex

Vortex ist das klassische Mittelding im Bezug auf Leistung und Funktionen, aber der Dienst ist einer der günstigsten auf den einzelnen Monat gesehen. Mit einem Preis von 9,99 Euro pro Monat kriegt man zwar nicht die mega Auswahl an Spielen, dafür allerdings ein schönes System um sich an das Thema Cloud-Gaming ran wagen zu können.

Derzeit gibt es bei Vortex nur ein Abonnenten Modell, laut FAQ soll aber noch ein VIP Status Programm kommen. Preislich gibt es schon Spiele die direkt mitkommen, Spiele die nicht in der Bibliothek vorhanden sind, müssen erworben werden.

Vortex aktualisierte vor kurzen noch die brandneuen Angebote

Der monatliche Bezahldienst kann jederzeit problemlos gekündigt werden. Bei Vortex gibt es sogar eine sehr angenehme Rückerstattungsrichtlinie die besagt, dass ihr den bezahlten Monat zurück erhaltet wenn ihr nicht länger als 15 Minuten gespielt habt.

Hier geht es zu der Webseite: Vortex.gg Cloud Gaming

Die Einsteigerfreundlichkeit

Der Startschuss für das “Netflix des Gamingbereichs” wurde bereits gegeben und alle Hersteller wissen, das Benutzerfreundlichkeit ein wichtiger Punkt ist für die Adaption. Netflix und viele andere Streaming-Dienste haben ihre UIs verfeinert, um möglichst Einsteigerfreundlich zu sein. In diesem Abschnitt haben wir nach Cloud-Gaming-Diensten gesucht, die möglichst Benutzerfreundlich aufgebaut wurden.

Shadow

Alles an Shadow ist tatsächlich sehr ansprechend konzipiert worden. Um euch anzumelden, benötigt ihr nur das entsprechende Abo. mit einem Benutzeraccount. Am Ende noch eine Windows 10 Version wählen und fertig.

Von dort aus ist es ein Wartespiel. Shadow benötigt einige Minuten um die Instanz hochzufahren – in unserem Fall etwa 30 Minuten – aber das Warten zahlt sich aus.

So sieht der Startbildschirm von Shadow aus

Danach ist es genau wie bei einem normalen Windows 10-Rechner. Man kann den Hintergrund ändern, im Internet surfen und jede beliebige Software installieren (Torrent und Blockchain Software ist nicht erlaubt!).

Die einzige Ergänzung ist eine halb-transparente Shadow-Schaltfläche in der rechten oberen Ecke mit der das Shadow-Menü

GeForce Now

GeForce Now muss noch einige Hürden für die Benutzerfreundlichkeit überwinden – das ist nicht zu leugnen – aber der derzeitige Zustand ist sehr vielversprechend. Eine kleine Erklärung hier und da, wahrscheinlich in Form von diversen Tooltips würde die Erfahrung flüssiger machen. Mittlerweile ist die finale Version seit knapp 10 Tagen raus, laut Social Media Kanälen ist die Stimmung recht gut was das Produkt betrifft.

Unabhängig davon ist GeForce Now von der Einrichtung bis zur Verwendung schnell und unkompliziert eingerichtet. Die lokale Anwendung ist mit einer Suchfunktion übersichtlich organisiert, so dass die gewünschten Spiele schnell gefunden werden können.

Nachdem ein Spiel final zu Ende gebootet wurde, ist GeForce Now einwandfrei verwendbar. Es wird direkt zu einer Steam-Anmeldeseite (oder der von einer anderen verwendeten DRM-Plattform) gebracht und von dort kann das Spiel gestartet werden. unsere Tests waren durchweg positiv ausgefallen.

Blacknut

Blacknut verfügt zwar nicht über eine großartige Spiele-Bibliothek oder eine ausgezeichnete Streaming-Leistung, aber der Einstieg ist solide und leicht verständlich. Der Startvorgang mit drei aktiven Bildschirmen verläuft problemlos, und nachdem die Zahlung bestätigt wurde, wird man schon zu einem Downloadbildschirm weitergeleitet. Dort finden man auch schnell und unkompliziert die Spieleauswahl für jede DRM Plattform die Blacknut unterstützt (und es wird eine Menge unterstützt!).

Die lokale Anwendung unter Windows ist die beste, die wir je gesehen haben. Blacknut hat sich bei der Gestaltung der Benutzeroberfläche eindeutig viel von Netflix abgeschaut und das zahlt sich aus! Die Spiele sind nach Abschnitten gegliedert und zeigen ein Thumbnail sowie einen Trailer beim drüber her fahren. Um sich besser zurechtzufinden, kann das linke Navigationsmenü angesteuert werden um schnell auf Kategorien zugreifen zu können.

Weiterhin können beliebig viele Profile mit eigenem Namen und Avatar ausgewählt werden. Auch diese Funktion kennen wir von Netflix. In der Übersicht sieht man ziemlich schnell, auf welcher Plattform das Spiel läuft sowie welche Controller unterstützt werden. Wie bereits erwähnt ist die Elternfunktion sehr gut implementiert und schnell konfiguriert.

Performance & Leistung

Wenn es nur einen einzigen Abschnitt gäbe, in dem ein Cloud-Gaming-Service bewertet werden könnte, wäre es dieser hier. Unabhängig davon wie die Benutzeroberfläche ist oder wie tief die Bibliothek geht, die Leistung muss vorhanden sein.

Obwohl die Leistung oftmals eine gefühlte Einschätzung ist, haben wir nach Diensten gesucht, die eine kleine bis am besten keine Eingabeverzögerung hat. Sprich wir möchten am liebsten keinen Input Delay und keine Grafik-Artefakte haben.

GeForce Now

GeForce Now ist bei weitem das Cloud-Gaming-Erlebnis, das einer lokalen Spielsitzung am nächsten kommt. Während unserer Tests wandten wir uns DOOM 2016, Cuphead und Counter-Strike zu. Jeder Titel hat eine hervorragende Leistung erbracht, mit klarer Bildqualität und wenig bis gar keinem Input-Lag. Getestet an einer 50 Mbit Leitung.

Das überraschendste war jedoch nicht die Reaktionsfähigkeit, sondern die Auflösungsqualität. Wir konnten bei einigen Titeln, einschließlich DOOM, die grafischen Einstellungen anpassen und diese Änderungen auf dem Bildschirm wiedergeben lassen. Insbesondere bei DOOM konnten wir mit mittleren bis hohen Einstellungen bei 4K spielen und fast 90fps erreichen.

DOOM ist allerdings schon ein paar Jahre alt, deshalb haben wir auch das viel neuere Resident Evil 2-Remake getestet. Obwohl die Bildrate nicht so hoch war – etwa 50 bis 60 Bilder pro Sekunde bei hohen Einstellungen – konnten wir ein spielbares Erlebnis in 4K erzielen was uns auch erstaunte. Dies ist besonders beeindruckend wenn man bedenkt, wie anspruchsvoll das Resident Evil 2-Remake selbst auf High-End-Systemen ist.

Wie bei all unseren Tests haben wir uns an die Empfehlungen von Nvidia gehalten, indem wir eine kabel gebundene Internetverbindung nutzten und alle Ports vor dem Start schlossen bzw. öffneten. Wir spielten sogar mit unzähligen offenen Tabs und das sogar ruckelfrei!

Shadow

Was die kommerziell verfügbaren Dienste betrifft, ist Shadow der vermutlich ausgereifteste Dienst. Obwohl die Videoübertraung ein wenig saubrer wirkt als bei GeForce Now, ist die Reaktionsfähigkeit mindestens genauso gut.

Wie GeForce Now, haben wir DOOM 2016, Cuphead, das Resident Evil 2-Remake und Counter-Strike getestet. Die Hitboxen in Cuphead waren so präzise wie immer, ohne wahrnehmbare Delays oder Lags. DOOM 2016 war ebenso hervorragend, wie das Resident Evil 2-Remake und lief problemlos ohne Ruckler.

Counterstrike: GO hatte unerklärlicherweise einige Probleme mit Shadow (wie auch mit GeForce Now). Wir haben zwar nur Botgames absolviert, aber hier kam es ab und zu mal zu Rucklern die wir uns nicht erklären konnten. Für die Casuals wird es wohl kein Problem sein, im Competitive Bereich sieht es da vermutlich schon anders aus.

Project xCloud

Obwohl xCloud noch nicht released wurde, werden seitens Microsoft bereits einige ernsthafte Versprechungen für die Zukunft raus gehauen. Beim Testen auf einer “schlechten” WiFi-Verbindung auf einem Samsung Smartphone, gab es nur wenige Artefakte. Der Input Delay war auch hier nicht spürbar.

Was uns ein wenig verwunderte, war die fehlende Verzögerung bei der Eingabe. Sogar beim Spielen von Halo 5 und Gears of War 4 konnte xCloud mit der geballten Action mithalten welche die Spiele präsentierten. Es gab nie einen Moment, in dem wir uns wegen des Cloud-Gaming Systems benachteiligt fühlten. Es fühlte sich an, als wäre die Xbox One Performance direkt in unserem Samsung Smartphone.

Leider mussten wir hier feststellen, dass es im hitzigen Gefecht zu Grafikfragmenten kam. Vermutlich haben die schnellen Bildwechsel das System ein wenig überfordert. Aber gut, die Plattform bzw. der xCloud Dienst steckt ja fast noch in Kinderschuhen und kann auch dieses Problem lösen.

Abdeckung & Support

Cloud-Gaming funktioniert nur, wenn gewisse Regeln eingehalten werden. Die dickste Leitung Zuhause bringt niemanden etwas, wenn das nächste Rechenzentrum zum Cloud-Gaming Dienstanbieter auf einem anderen Kontinent liegt. Daher muss gewährleistet sein, dass die Rechenzentren vernünftig verteilt in der nahen Umgebung vorhanden sind.

Google Stadia

Google hat aufgrund seiner Netzwerkerfahrung wohl die größten Erfolge im Bereich Rechenzentrum zu verzeichnen. Die Abdeckung der Google Server zieren eine recht lange Liste: Belgien, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden, das Vereinigte Königreich und die USA (Warum Österreich und Schweiz fehlt, weiß keiner so recht).

Es gibt jedoch einige Probleme bei der Lizenzierung. Im Gegensatz zu anderen Cloud-Gaming-Plattformen, bei denen die Steam- oder Origin-Bibliothek verwendet werden kann, ist Stadia ein eigener DRM-Dienst. Das könnte zum Beispiel einige Probleme aufwerfen, wenn ihr häufig reist.

Viele Titel sind nämlich nicht in allen Ländern erhältlich und das bedeutet, dass ihr eventuell einfach euer Lieblingsspiel nicht starten könnt (und offline spielen bei Cloud-Gaming ist bekannter maßen nicht machbar!). Unsere Tests waren allerdings im normalen Netzwerk, im mobilen 4G und 5G Bereich, mehr als nur zufriedenstellend. Daher erachten viele andere Cloud-Gaming Anbieter Stadia als DEN! Konkurrenten.

Shadow

Shadow hat lediglich sechs Rechenzentren seinem Portfolio und obwohl die Anzahl gering ist, decken diese ein großes Gebiet ab. Vier Standorte stehen in der USA und decken dort sehr große Bereiche ab. Die anderen sind in Europa. Falls jemand einen unterhaltsamen Bericht dazu schauen möchte, können wir dieses Video nur empfehlen: Shadow Rechenzentrum Rundgang

Obwohl der größte Teil der USA zum Beispiel abgedeckt ist, gibt es an einigen Standorten keinen aktiven Service. Das bedeutet, dass in der Summe 38 Bundesstaaten abgedeckt sind. Für die folgenden Staaten ist Shadow aktuell nicht zugänglich: Washington, Idaho, Montana, Utah, Arizona, Colorado, Wyoming, Alabama, Georgia und Florida. Theoretisch kann via VPN in unterstütze Bereiche gewechselt werden, allerdings ist dies nicht zu empfehlen da die Laggs einem den Spielspaß verderben werden.

Weiterhin gibt es auch zwei Rechenzentren in Europa und zwar eines in Paris und eines in Amsterdam. Das Rechenzentrum in Amsterdam deckt jedoch lustigerweise nur Deutschland ab, unsere niederländischen Zockerfreunde dürfen an Stadia nicht teilhaben. Das Pariser Rechenzentrum deckt insgesamt fünf Länder in Europa ab.

Project xCloud

Project xCloud ist als offizieller Microsoft-Dienst in einer hervorragenden Position. Anstatt zu versuchen eine Cloud von Grund auf neu aufzubauen und damit das Rad neu zu erfinden, nutzt xCloud die Vorteile des Azure-Netzwerks von Microsoft die bekanntermaßen eine internationalen Cloud darstellt. Azure wird noch primär ausschließlich von Unternehmen verwendet. Mittlerweile besteht Azure aus 54 Rechenzentren welches insgesamt 140 Länder versorgt.

Microsoft Azure xCloud Server Standorte

Aktuell können noch nicht alle Azure Server für xCloud verwendet werden, was eigentlich ok ist da wir uns noch in der Testphase befinden. Viele der Server werden aktuell ausschließlich für die Xbox Dienste verwendet.

xCloud würde in dieser Bewertungsrunde leicht an erster Stelle stehen wenn es xCloud-Server an allen Azure-Standorten gäbe. Da sich der Dienst jedoch noch in der Testphase befindet, rangiert er auf Platz drei. Man möge uns die Bewertung an dieser Stelle verzeihen.

Welcher ist der beste Cloud-Gaming Anbieter?

Der beste Cloud-Gaming-Service ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels nicht klar definierbar. GeForce Now bietet in Bezug auf die Leistung die beste Erfahrung, allerdings würden wir hier Punkte für die Benutzerfreundlichkeit abziehen. Aus diesem Grund platzieren wir Shadow an die Topliste nach ganz oben.

Shadow nähert sich der Performance von GeForce Now und ist bereits verfügbar. Shadows Benutzeroberfläche fanden wir durchweg sehr angenehm. Die Nutzung des Dienstes ist ein Kinderspiel und der Gesamteindruck der Plattform ließ uns beim Testen vergessen, dass wir via Cloud spielen.

Wenn man dann noch die Möglichkeit beachtet, dass der Desktop von euch so angepasst werden kann wie ihr wollt, ist Shadow hier die klare Wahl.

Der beste Cloud-Gaming-Service für Android

Cloud-Gaming auf Android fühlt sich zu diesem Zeitpunkt etwas klobig an, besonders wenn ihr das Controller-Overlay am Smartphone verwenden wollt. Soweit wir wissen, ist die App zu den verschiedenen Diensten noch nicht komplett fertig weswegen wir hierzu nicht soviel sagen können.

Im Moment ist Blacknut der beste Cloud-Gaming-Service für Android Geräte. Obwohl es sich insgesamt um einen mittelmäßigen Dienst handelt, fühlt sich die Spiele-Bibliothek auf einem mobilen Gerät zu Hause. Viele kleinere Indie-Games, die sonst auf einem Telefon oder Tablet nicht spielbar wären, sind mit Blacknut erhältlich. Oftmals sind diese kleinen Titel auch so gebaut, dass eine Overlay Tastatur überhaupt kein Problem ist.

Es bleibt abzuwarten, was im Jahr 2020 noch alles im Cloud-Gaming Bereich passiert. Ich bin mir allerdings sehr sicher, dass in den nächsten 2 Jahren bereits ein Großteil der Anbieter auf Smartphones umsatteln wird.

Zusammenfassung zu dem Cloud-Gaming Thema

Das war jetzt wirklich viel Text, dass wissen wir. Daher nur kurz:

Viele mögen Cloud-Gaming nicht, dass kennen wir schon von den Anti-Steam / Anti-Netflix Vereinen, aber Cloud-Gaming wird kommen und das ist keine Variable mehr.

Auf kurz oder lang werden die Ressourcenkosten für die Hardware exponentiell steigen und nur noch wenige können sich einen voll ausgestatteten maximal Performance Rechner leisten.

Viele Erwachsene die Vollzeit arbeiten, haben wenn es hoch kommt, eventuell nur 3-4 Stunden Zeit am Tag. Die restliche Zeit steht der Rechner meist ausgeschaltet in der Ecke und wird theoretisch “älter” und damit weniger wert.  Und gehen wir mal davon aus, dass aufgrund des Ressourcenmangels ein voller Rechner irgendwann mal 6000-7500 € kostet. Diese Kosten kann einer alleine nicht mehr tragen, anders würde es aussehen wenn man sich diese kosten dann mit 3 Leuten teilen würde.

Wir finden, dass dieser Aspekt gerne vergessen wird, daher wollten wir wenigstens zum Schluss noch einmal drauf eingehen.

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